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Pressemitteilung des ILD und der KLB zum Welternährungstag
In der Mitgliederversammlung des Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienstes (ILD) erklärte der wiedergewählte Präsident Hermann Kroll-Schlüter mit Bezug auf den Welternährungstag:
Die Landwirtschaft soll Hunger und Armut bekämpfen, Nahrungsgüter produzieren, sie soll dies weltweit auch ökonomischer und ökologischer tun. Aber die Landwirtschaft soll nicht nur mehr Nahrungsmittel produzieren, sondern auch die Treibhausgase reduzieren, sie soll Energie produzieren.
4 Milliarden Menschen, also zwei Drittel der Menschheit haben zu wenig vom internationalen Handel. 3 Milliarden Menschen leben in bitterer Armut.
6,6 Milliarden Menschen leben heute, davon 80 % in Entwicklungsländern. 8,3 Milliarden Menschen in 2030.
Es müssen also viel mehr Nahrungsmittel produziert werden. Die globale Nahrungsproduktion muss bis dahin um 60 % steigen.
In der Zeit zwischen 1870 und 2000 hat die Weltlandwirtschaft tendenziell immer mehr Nahrungsmittel für immer mehr Menschen zu immer geringeren Preisen produziert. In den vergangenen 50 Jahren sind die Weltagrarpreise, zumal die Getreidepreise erheblich gesunken und haben heute noch nicht wieder das Niveau von damals erreicht. Sinkende Preise führen zu sinkendem Interesse an der Landwirtschaft und zu geringen Investitionen. Dies führte auch zu einem sinkenden Anteil der Landwirtschaft an den weltweiten Ausgaben für Entwicklungshilfe
Über eine Milliarde Menschen hungern und mehr als 2 Milliarden leiden unter Mangelernährung. Paradoxer Weise leben rund 75 % der Hungernden auf dem Lande, also dort, wo eigentlich Nahrung produzierte wird. Das hat auch damit zu tun, dass Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zu lange Stiefkinder der wirtschaftlichen Zusammenarbeit waren. 1984 flossen noch rund 8 Milliarden US Dollar der weltweiten Entwicklungshilfe in die Landwirtschaft, 20 Jahre später waren es nur noch 3,4 Milliarden US Dollar, obwohl sich die globale Entwicklungshilfe mehr als verdoppelte.
Schätzungen der FAO gehen davon aus, dass mit den derzeitig in der Landwirtschaft angewendeten Verfahren und den vorhandenen natürlichen Ressourcen rund 12 Milliarden Menschen problemlos ernährt werden könnten.
Ausreichend Nahrungsmittel gibt es schon heute, aber ungenügende Verteilung, fehlende Kaufkraft und schlechte Infrastruktur, ungerechte Landverteilung, Kriege und Korruption führen zu dieser Katastrophe.
Andererseits sind 1 Milliarde Menschen übergewichtig. 40 % einer jeden Ernte weltweit gehen verloren. 30-40 % aller Lebensmittel in den Industriestaaten werden weggeworfen.
Zur Sicherung der Ernährungsgrundlagen und der Energiegewinnung bei Klimawandel, wachsender Bevölkerung und neuer Ernährungsgewohnheiten brauchen wir Innovation und Effizienzsteigerung, Ertragssicherung und Ertragssteigerung.
Bad Honnef, den 15.10.2009
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